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Gemeinschaft Ortsbild Roßwag e.V.

Die Wengertschützhütte

Wengertschützenhäusle
das Wengertschützenhäusle oberhalb der Roßwager Linde

Der Wengertschütz spielte früher in den Weinorten eine entscheidende Rolle. Um die potentiellen zweibeinigen Traubendiebe aller Couleur von ihrem verwerflichen Tun abzuhalten, mußten die Weinberge in den letzten Wochen der Reifezeit permanent überwacht werden. Dies war die Aufgabe der Wengertschütze, die regelmäßig durch die Weinberge zogen und mit Rätschen bewaffnet versuchten, durch Lärm die gefräßigen Vögel zu vertreiben. Auch des Nachts war ihre Anwesenheit vor Ort gefordert, und so quartierten sich die Wengertschütze in einer eigens für sie errichteten Hütte in den Weinbergen ein, um ihrer Aufsichtspflicht gegenüber gelüstigen Mitmenschen rund um die Uhr genügen zu können.

Inzwischen ist die Weinberghut, d.h. die Bewachung der Weinberge zur Reifezeit, anders geregelt, und das Roßwager Wengertschützenhäusle zeugt nunmehr als externer Link Kleindenkmal von diesen vergangenen Zeiten.

neue Stützmauer
neue Stützmauer auf der Nordseite

Die G.O.R hat das etwa 150 Jahre alte Häusle vor einiger Zeit von der Stadt Vaihingen gepachtet, um darin unser Material für das Sommerferienprogramm lagern zu können. Wir wollen es wieder so herrichten, wie es ungefähr zu Zeiten der Nutzung durch den Wengertschützen ausgesehen hat. Dazu war es zunächst notwendig, die vom Zahn der Zeit und von Holzwürmern arg attackierte Hütte in Ordnung zu bringen. Als erstes haben wir die alten Einbauten entfernt, die wir vorgefunden haben. Dazu gehört auch der Zwischenboden, der im Lauf der Jahre ziemlich morsch wurde und wurde immer wieder provisorisch geflickt worden ist. So sind an manchen Stellen bis zu zehn Bodenschichten aus den unterschiedlichsten Materialien übereinander gewachsen.

Beim Entfernen des Zwischenbodens hat sich gezeigt, daß auch einige der tragenden Balken erneuert und der von Holzwürmern zerfressene Firstbalken ausgebessert werden muß.

Die nördliche, dem Hang zugewandte Seite der Hütte hat am meisten gelitten. Durch den Kontakt zur feuchten Erde sind die Balken der Nordwand weitgehend verfault. Wir haben die aufgefüllte Erde abgegraben, die Wand teilweise neu aufgemauert und den Hang mit einer etwa mannshohen Trockenmauer abgefangen. Damit ist die Hütte künftig gegen Feuchte besser geschützt und zugleich für den Weinbergweg eine Ausweichstelle angelegt.

Inzwischen haben wir einen neuen Zwischenboden eingezogen und die Hütte wieder soweit hergerichtet, daß sie für den ursprünglich vorgesehenen Zweck - Aufbewahrung des Materials für das Sommerferienprogramm - genutzt werden kann.

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