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Gemeinschaft Ortsbild Roßwag e.V.

Schutz für Amphibien in Roßwag?

Zaunbau
Versuche mit Krötenzäunen in den 1980er Jahren

Mit der interner Link Renaturierung des Altwassers am rechten Enzufer oberhalb von Roßwag in den 1980er Jahren nahm die Amphibien-Population in diesem Feuchtgebiet sprunghaft zu. Aus allen Richtungen wanderten Frösche und Kröten ins neue große Laichparadies ein, auch aus nördlicher und östlicher Richtung. Damit stieg allerdings auch die Anzahl der Tiere, die beim Überqueren der Straße von Roßwag nach Aurich getötet wurden, und nach lauen, regnerischen Märznächten war die Straße regelmäßig übersät mit den Überresten von Fröschen und Kröten, die vergeblich versucht hatten, ihre Laichgründe im Altwasser zu erreichen.

Schon seit etwa 1985 bemüht sich die GOR um Hilfe für die gefährdeten Amphibien. Anfangs versuchten wir, die wanderlustigen Tiere mit selbstgebauten Krötenzäunen – die handelsüblichen Zäune sind sehr teuer und für unseren kleinen Verein nicht bezahlbar – vom unkontrollierten Überqueren der Straße abzuhalten. Damit hatten wir jedoch wenig Glück: Die nur scheinbar plumpen und unbeweglichen Tiere sind Meister im Überwinden von Hindernissen, und mit unseren Konstruktionen hatten sie keine Probleme – die kamen dafür umso mehr beim Überqueren der Straße. Zudem wurde uns bald klar, daß ein Krötenzaun unmittelbar neben einer landwirtschaftlichen Fläche nicht praktikabel ist.

Krötentafel
Krötentafel der Roßwager Grundschule (2009)

Was blieb zu tun? Viele Jahre lang versuchten wir, den Amphibien mit unseren Mitteln über die Straße zu helfen. Mitglieder und Freunde der GOR waren bei nächtlichem Regen und ab 6°C auf der Strecke, trugen sie über die Straße und versuchten so, bei den noch verbliebenen Fröschen und Kröten das schlimmste zu vermeiden.

Vom Straßenbauamt werden im Auftrag der örtlichen Naturschutzbehörde Verkehrsschilder aufgebaut, die den seinem Ziel entgegen eilenden Kraftfahrer etwas abbremsen sollen. Zusätzlich haben wir jedes Frühjahr Plakattafeln aufgestellt, die von Schülern der Roßwager Grundschule gestaltet worden sind und auf die Krötenwanderungen hinweisen. All das hat nur wenig geholfen: Im Bereich der Straße nach Aurich gibt es von Jahr zu Jahr immer weniger Amphibien.

Dabei hätte es gerade in jüngster Vergangenheit gute Möglichkeiten gegeben, die Situation für die Frösche und Kröten in diesem Bereich zu verbessern. So wäre es ein Leichtes gewesen, im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen beim Neubau der Roßwager Kelter mit überschaubarem Aufwand ein Feuchtbiotop einzurichten, das dann mittel- bis langfristig ein Quartier für den Amphibienbestand östlich von der Kreisstraße geboten hätte. Und beim interner Link Neubau der Roßwager Enzbrücke haben wir einen Krötentunnel und eine bessere Durchgängigkeit direkt am Fluß durch eine Berme angemahnt – bei der alten und auch bei der neuen Brücke ist für die meisten flußbegleitenden Tiere an der Brücke die Welt zu Ende. Leider hat der amtliche Naturschutz, dem das Thema durchaus geläufig ist, unser Problem offenbar als nachrangig angesehen und keine Ausgleichsmaßnahmen in dieser Richtung befürwortet. Deshalb hat es bei beiden Baumaßnahmen auch keine Maßnahmen zum Schutz von Amphibien gegeben, und in absehbarer Zeit ist keine Verbesserung der Situation zu erwarten. Wir müssen feststellen, daß von Jahr zu Jahr immer weniger Kröten und Frösche überleben und den Weg über die Kreisstraße zum Altwasser nehmen.

Zudem ist festzustellen, daß der Amphibienschutz für manche Leute immer noch "igitt" zu sein scheint. So läßt z.B. der Ratinger Kabarettist Dieter Nuhr keine Gelegenheit aus, bei seinen Fersehauftritten den Bau von Krötentunneln als besonders beispielhaft für die Verschwendung von Steuergeldern darzustellen - für ihn ist die gesetzliche Verpflichtung zur Erhaltung geschützter Tierarten offenbar kein Thema.

Hoffnung auf Hilfe scheint vergeblich ...

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